MfS / DDR-Staatssicherheit

Ein typisches Merkmal kommunistischer Diktaturen ist die Ausgrenzung und Bestrafung Andersdenkender durch Terrorinstrumente. Die Reaktionen der SED-Diktatur auf den Widerstand des eigenen Volkes begannen mit dem Aufbau des „Ministeriums für Staatssicherheit” ab 1950. Damit schuf sich die SED ihr „Schild und Schwert”, das sie zum Machterhalt benötigte, da sie zu keinem Zeitpunkt durch freie Wahlen des Volkes legitimiert war.

Strategien zur Bekämpfung der Widerstandsbewegungen waren die Inhaftierung (physische Zerstörung) bzw. Zersetzung (psychische Zerstörung der Persönlichkeit) der Dissidenten. Diese Aufgabe übernahmen die Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes (MfS). Die hauptamtlichen Mitarbeiter des MfS (91.015 zum 31.10.1989) waren die zuverlässigsten Garanten der SED-Herrschaft.

Die inoffiziellen Mitarbeiter (IM) galten als „Hauptwaffe” des MfS im „Kampf gegen den Feind”. Ihre konspirative (streng geheime) Bespitzelung galt Freunden, Kollegen oder Verwandten. Die IM berichteten über Personen oder stellten ihre Wohnungen für die Überwachung „feindlich-negativer” oder „ subversiver” Personen zur Verfügung. Als feindlich-negativ bezeichnete die SED ein Verhalten oder eine Meinung, die nicht in ihrem Sinne war. Etwa 173.000 IMs gehörten beim Zusammenbruch der DDR zum MfS. Das MfS schreckte auch nicht davor zurück, Jugendliche für die inoffizielle Bespitzelung Andersdenkender zu missbrauchen.

Neben der Verfolgung des Widerstandes wurden weitere zahlreiche Bürger durch die kommunistische Gesellschaftspolitik zu Opfern des Systems. Dazu gehörten Opfer der politischen Bürokratie (z.B. Bestrafung von Bürgern, die sich gegen Behördenwillkür wandten), die Opfer der sozialen Entstrukturierung (Zwangskollektivierungen, Zwangsenteignungen, Bestrafung für Religionsausübung) u.a.

(Barbe)