Widerstand und Opposition

Die Situation in der DDR war bis 1989 durch die sowjetische Besatzung gekennzeichnet, die mit dem kommunistischen System der sogenannten Diktatur des Proletariats und folgenden Merkmalen gekoppelt war: keine freien Wahlen, Gleichschaltung von Justiz und gesellschaftlichen Organisationen, Führungsanspruch der SED in der Verfassung, Auflösung der Länder, Ausschaltung der Opposition.

Der politische Widerstand gegen die Diktatur begann mit der SED-Gründung 1946 und endete mit der Friedlichen Revolution 1989, die zum Sturz des DDR-Regimes führte. Die Widerstandsbewegungen waren unterschiedlich und reichten vom kirchlichen Widerstand bis zur Bürgerrechtsbewegung der 80er Jahre. Das Streben nach Freiheit manifestierte sich im Volksaufstand vom 17. Juni 1953, in Massenflucht bis zum Mauerbau, in Protest und Suche nach Alternativen (Kunst, Jugendkultur), in Friedens- und Umweltgruppen, in der Hoffnung auf Glasnost und Perestroika.

Die Reaktionen der SED-Diktatur auf den Widerstand im eigenen Volk begannen mit dem Aufbau der Staatssicherheit ab 1950. Weitere Instrumente zur Machtsicherung bestanden in der Ideologisierung der gesamten Gesellschaft, der bewusst geduldeten Freiraum- und Nischenkultur für die Mitläufer und ein abgestuftes Privilegiensystem für die SED-Nomenklaturkader.

(Barbe)